Leider kommt es auch in unserer heutigen Zeit immer wieder vor, dass vor allem Leistenbrüche nicht behandelt werden. Dies hat jetzt mal nichts mit unserem Gesundheitssystem zu tun, nein es vielmehr einzig und alleine die ureigenste Entscheidung der Betroffenen. Welche Ursachen und Beweggründe mag diese Unvernunft haben? Bevor wir jedoch dieser Frage nachgehen, sollten grundsätzlich ein paar Dinge festgehalten werden.

Im Bereich der Bauchwand können an den unterschiedlichsten Stellen Brüche auftreten, dies geschieht jedoch meist in der Leiste. Daher treten am häufigsten Leistenbrüche auf, eher selten sind Nabelbrüche, Narbenbrüche oder Schenkelbrüche. Man unterscheidet zwischen einem angeborenen und einem erworbenen Leistenbruch. Ein angeborener Leistenbruch entsteht durch einen mangelhaften Verschluss einer Öffnung an der Bauchinnenwand in Höhe des Leistenbandes. Diese Form des Leistenbruchs kommt aufgrund der embryonalen Entwicklung und Anatomie primär beim männlichen Geschlecht vor.

Auch der sogenannte erworbene Leistenbruch, welche aufgrund der Minderung der elastischen Fasern im Bindegewebe auftritt, ausgelöst durch Husten, Erbrechen, durch Übergewicht oder durch das Heben schwerer Lasten, betrifft überwiegend das männliche Geschlecht. Diese Bruchart tritt vorzugsweise im  mittleren und fortgeschrittenen Lebensalter auf.

Ein ziehen in der Leiste und eine Vorwölbung, also eine Ausbeulung der Bachdecke und die Bildung eines Bruchsacks, sind ein untrügliches Anzeichen für einen Leistenbruch.

Nun zurück zu unserer Fragestellung, warum sich betroffene mit einem Leistenbruch nicht operieren lassen wo doch normal diese Operation zu den Routineeingriffen zählt. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass dies oftmals Personen sind welche, im Gegensatz zu Anderen, nie zu einem Arzt gehen geschweige den in ein Krankenhaus, keine Krankenversicherung besitzen und damit die bürokratischen Hürden scheuen, Angst vor Ärzten und einem Eingriff haben oder durch ihre konstitutionelle Verfassung einen Bruch einfach ignorieren.

Die Behandlung eines Leistenbruchs ist heutzutage unproblematisch. Wobei der Grundsatz gilt, je früher der operative Eingriff vorgenommen wird, desto besser sind die Behandlungsergebnisse und um so komplikationsloser sind die Operationsrisiken. Zu jedem Zeitpunkt eines Bruchs besteht die Gefahr, das Eingeweide in der Bruchpforte eingeklemmt werden. Erfolgt dann nicht umgehend eine Operation kann das eingeklemmte Eingeweide z. B. Dünn- oder Dickdarm absterben und akute Lebensgefahr hervorrufen. Auch solch ein Fall ist uns leider aus der nächsten Verwandtschaft bekannt. Hier wurde in der Bruchpforte eines nicht behandelten Leistenbruchs der Dickdarm über einen längeren Zeitraum eingeklemmt was letztlich zum Tode führte. Wir möchten deshalb an dieser Stelle an alle appellieren, bei denen ein Bruch diagnostiziert wurde, diesen auch umgehend behandeln zu lassen.