Eine Ende April 2008 abgeschlossene interdisziplinäre Studie unter Leitung des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung in Heidelberg belegt die positive Wirkung einer Musiktherapie bei chronisch-tonalem Tinnitus. Die Ergebnisse wurden mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) neurowissenschaftlich nachgewiesen. Insgesamt waren 132 Patienten mit chronisch-tonalem Tinnitus, welcher sich vorwiegend durch Pfeif- und Piepsgeräusche in Kopf und Ohr bemerkbar macht, in die Studie eingeschlossen.

Der Begriff Tinnitus bezeichnet ein Symptom bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt. Unterschieden wird zwischen einem subjektiven und einem objektiven Tinnitus. Der subjektive Tinnitus besitzt keine äußere, für andere Personen wahrnehmbare, Quelle. Im Gegensatz dazu steht  der objektiven Tinnitus, welcher eine von außen wahrnehmbaren messbaren körpereigene Schallquelle besitzt. Der objektive Tinnitus kommt im Vergleich zum Subjektiven sehr selten vor. In der Regelt treten Tinnitusfälle ohne aktuell diagnostizierbare medizinische Ursache auf. Die Ursachen für subjektiven Tinnitus sind unter anderem: Entzündungen des Ohrs, Mittelohrerkrankungen (z. B. Otosklerose), virale und bakterielle Infekte (z. B. Borreliose), Lärmtraumata (z. B. Diskothekenbesuchen), Knalltraumata (z. B. Feuerwerkskörper), Hörsturz, Dekompressionskrankheit und Endolymphschwankungen. Die Ursachen für objektiven Tinnitus sind unter anderem: Gefäßmissbildungen, Gaumensegelnystagmus und Tubenfunktionsstörungen.

Bei rund 80 Prozent der an der Studie teilgenommenen 132 Patienten, zeigten sich nach dem Ende der Therapie weniger oder keine Ohrgeräusche mehr. Zudem scheinen die Ergebnisse sehr stabil zu sein, wie eine psychologische Nachuntersuchung sechs Monate später zeigte. Unterstützt wird die Wirksamkeit der Musiktherapie durch neurowissenschaftliche Nachweise mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (Kernspintomographen), welcher die geschilderten Verbesserungen der Patienten bestätigte. Die Patienten erhielten insgesamt zehn Behandlungseinheiten, entweder einmal pro Woche oder alle innerhalb einer Woche. Wobei das Behandlungskonzept aktive Bestandteile, stimmliche Übungen mit dem Musiktherapeuten,  wie passive Anteile, Stressbewältigung und Rückbildung psychischer Begleiterscheinungen, enthielt.

Quelle: Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

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