Tag Archives: Atemstillstand

Unterkühlung und Erfrierungen Teil II

Liegt eine Unterkühlung oder Erfrierung vor, muss umgehend gehandelt werden. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Primäre Hilfsmaßnahme ist unterkühlte bzw. erfrorene Körperteile vor weiterer Kälteeinwirkung zu schützen
  • Nasse Kleidung sofort ausziehen
  • Warm einpacken, z.B. mit Isolier- oder Wolldecke
  • Langsames Erwärmen des Körpers
  • Betroffene Körperteile in ein lauwarmes Wasserbad eintauchen
  • Betroffene Extremitäten hoch lagern
  • Blasen und betroffene Stellen steril abdecken
  • Das betroffene Körperteil soweit möglich durch Eigen- bzw. Fremdkörperwärme (Achselhöhle) wärmen
  • Leichte Unterkühlungen erlauben eine aktive Bewegung der Extremitäten und erfordern in der Regel keine aktive Erwärmung (direkte Wärmezufuhr, warm reiben), bei Bewusstsein kann die Gabe von warmen gezuckerten Getränken erfolgen.
  • Geringfügige Erfrierungen erlauben selbständiges Gehen
  • Bei schweren Unterkühlungen und Erfrierungen erfolgt der Abtransport durch den Rettungsdienst, der Betroffene darf keinesfalls aktiv noch passiv bewegt werden
  • Transport in geheizten Raum
  • Bei Herz- und Atemstillstand sofort mit Beatmung und Herzmassage beginnen (Herz-Lungen-Wiederbelebung 30/2: Zuerst 30x drücken dann 2x beatmen); Notruf absetzen nicht vergessen

Unbedingt vermieden werden muss bzw. verboten ist:

  • Massieren
  • Einreiben mit Schnee, hierdurch entstehen zusätzliche Schäden an der Haut
  • Erwärmung durch Anhauchen bzw. starke Wärmezufuhr von außen (Bsp: Fön)
  • Rauchen
  • Erschütterungen
  • Alkohol zu trinken geben, dieses führ nach einer kurzfristigen Wärmebildung mit Erweiterung der Blutgefäße zu einer vertieften Atmung, was wiederum zu einem Absinken der Körpertemperatur führt
  • Körperteile in den Mund stecken (Verdunstungskälte)
  • Trockene Wärme; problematisch wegen herabgesetzter Sensibilität


Notrufnummern
, Stand Januar 2010:
(Angaben ohne Gewähr)

Deutschland: 112 Rettungsdienst / 110 Polizei
Schweiz: 144 Rettungsdienst / 117 und 112 Polizei
Österreich: 144 und 112 Rettungsdienst / 133 Polizei
Italien: 118 Rettungsdienst / 112 Polizei
Frankreich: 15 und 112 Rettungsdienst / 17 Polizei

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz / © TherapeutenNews