27 Jul 2010

Aktuelle Meldungen über Blaualgen und Feuerquallen in der Ostsee

Geschrieben von Heidemarie Dempf um 3:40 Uhr

Meldungen über Blaualgenbefunde (Cyanobakterien) und vermehrt auftretende Feuerquallen in der Ostsee haben uns aktuell aus unseren Urlaubsträumen gerissen. Für uns beginnt  Mitte der Woche der Jahresurlaub welchen wir in diesem Jahr an der Ostsee verbringen möchten und da verunsichern gegenwärtige Meldungen, über einen riesigen Blaualgen-Film und zunehmend auftretende Feuerquallen, die Vorfreude gehörig.

Laut Pressemitteilungen sollte die erste Anlaufstelle, wenn es um die Qualität des Meerwassers geht, die jeweilige Gemeindeverwaltung des Ferienortes sein. Ein Anruf bei er Gemeine unseres bekannten Ostseeheilbades westlich von Rostock brachte uns jedoch wenig Gegenliebe ein. Vielmehr teilte man uns mit, dass über die Qualität des Meerwassers keine Auskunft erteilt werden kann, und wir uns an das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales wenden sollten, von dem man uns auch die entsprechende Rufnummer gab. Leider konnten wir jedoch unter der mitgeteilten Rufnummer auch nach mehrmaligen Versuchen niemanden erreichen. Da wir aber, aufgrund unseres kurz bevorstehenden Reiseantritts schnell eine Auskunft benötigten, riefen wir nochmals bei der netten Dame der Gemeindeverwaltung unseres Ferienortes an. Nach längerem hin und her wurde uns schließlich mitgeteilt, dass es aus persönlicher Sicht unserer Gesprächspartnerin aktuell keine Belastungen von Blaualgen und Quallen gibt. Wir hätten zwar gerne eine offizielle Aussage erhalten, aber dies war besser als gar keine Information. Diesen ersten offiziellen Kontakt mit unserem Ferienort hatten wir uns auch etwas anders vorgestellt. Gänzlich fehlte das Verständnis nicht über Hunderte von Kilometer fahren zu wollen, um danach nur einen gelbgrünen Blaualgenteppich betrachten zu dürfen.

Aufgrund dieser Erfahrung, mit der wir sicher nicht alleine sind, würde man sich eine kompetente Anlaufstelle wünschen, die in regelmäßigen Abständen über die einzelnen Küstenabschnitte für jedermann leicht verständlich und jederzeit verfügbar Informationen über die aktuelle Lag (Quallenlagebericht / Blaualgenlagebericht) im Internet bereit hält.

Für Interessierte noch ein paar Hindergrundinformationen:

Starke Winde spülen die in der Nordsee und Kattegatt beheimateten gelb-rötlichen Feuerquallen in die Ostsee. Bei Kontakt mit den Tieren können deren Nesselarme zu Hautrötungen und brennenden Schmerzen führen. Zur Linderung können diese Hautstellen dann mit Haushaltsessig oder Rasierschaum behandelt werden.

Cyanobakterien, ursprünglich Blaualgen genannt, besiedeln seit rund 3,5 Mrd. Jahren die Erde. Diese ein- bis vielzelligen Mikroorganismen zählen damit zu den ältesten Lebensformen unseres Ökosystems und man findet sie weltweit fast überall. Manche der rund 2000 verschiedenen Arten produzieren Gifte. In der Ostsee stiegen die Cyanobakterien bei ruhigem Wetter und starker Sonnenstrahlung massenhaft an die Meeresoberfläche. Von einem Bad im Meer wird dann allgemein abgeraten.

Heidemarie Dempf, Hannover

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3 Kommentare

  1. gravatar

    Heidemarie Dempf

    um 19:14 via Website

    03 Aug 2010

    Welche Erfahrungen haben Sie mit Quallen in der Ost- und Nordsee gemacht?

  2. gravatar

    Edith Schumann

    um 16:17 via Website

    04 Aug 2010

    Hatten wir das nicht letztes Jahr genauso? Als Tourist ist man ob solcher Meldungen natürlich total verunsichert.

    LG
    Edith

  3. gravatar

    Karin Meindel

    um 07:00 via Website

    08 Aug 2010

    Besonders für reine Badeurlauber wäre ein aktueller Quallenlagebericht zumindest in der Ferienzeit sehr wünschenswert. Mit kleinen Kindern macht es nicht besonders viel Spaß wenn Feuerquallen vor Ort sind. Wir haben festgestellt, dass die Ostsee wesentlich mehr Probleme mit Quallen hat, obwohl diese dort eigentlich gar nicht beheimatet sind, als die Nordsee. Wir hatten zwar auch an der Nordsee immer mal wieder Tage an denen Quallen in Strandnähe waren, aber es waren nie so viele wie an den Stränden der Ostsee, und da die Nordsee stürmischer ist, waren sie am darauffolgenden Tag meist wieder vollkommen verschunden.

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